Recht zur Nutzung Cloud-basierter Software

16.12.2019 – Anfang des Jahres 2019 hat das IFRS IC eine Agendaentscheidung veröffentlicht, welche sich mit der Fragestellung beschäftigt, wie ein Kunde das Recht zur Nutzung einer Software, die in einer Cloud bereitgestellt wird, bilanziell abbildet (Software as a Service bzw. SaaS). Konkret ging es bei der zugrunde liegenden Anfrage um eine Software, welche vom Anbieter auf seiner Cloud-Infrastruktur bereitgestellt wurde und durch ihn verwaltet und kontrolliert wird. Der Kunde erhält dabei das Recht, z. B. über das Internet auf die Software zuzugreifen (nicht aber auf die dahinterliegende Infrastruktur).

Das IFRS IC wurde an dieser Stelle gefragt, ob der Kunde zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns mit der Software einen immateriellen Vermögenswert erhalten hat oder aber einen Service über die Vertragslaufzeit bezieht. Um die Fragestellung zu beantworten, wurde im ersten Schritt untersucht, ob der Kunde zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns einen Vermögenswert erhält. Dies ist dann der Fall, wenn entweder (a) der Vertrag eine Leasingkomponente enthält oder (b) der Kunde anderweitig Kontrolle über die Software zu Vertragsbeginn erlangt.

ENTHÄLT DER VERTRAG EINE LEASINGKOMPONENTE?

Die Analyse des Ausschusses begann mit der Definition eines Leasingverhältnisses gemäß IFRS 16, wonach ein Vertrag grundsätzlich dann ein Leasingverhältnis begründet, wenn er dem Kunden das Recht zur Nutzung eines Vermögenswertes überträgt, d. h., wenn der Kunde das Recht hat, die Nutzung des (identifizierten) Vermögenswertes zu steuern und im Wesentlichen alle Vorteile aus der Nutzung zu ziehen. Das IFRS IC hat sich darauf geeinigt, dass ein Recht auf zukünftigen Zugriff auf die Software, welche in der Infrastruktur des Anbieters eingebunden ist, nicht das Recht vermittelt, die Nutzung der Software zu steuern.

Das IFRS IC stellte fest, dass sich der Lieferant dieses Recht vorbehält, z. B. durch die Entscheidung, wie und wann er die Software aktualisiert oder neu konfiguriert oder auf welcher Hardware die Software läuft.

Aufgrund dessen kam das Committee zu dem Entschluss, dass der Vertrag keine (Software-)Leasingkomponente enthält, wenn der Anbieter dem Kunden lediglich das Recht verleiht, während der Laufzeit des Vertrages Zugang zur Software zu erhalten.

ERHÄLT DER KUNDE EINEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERT?

Ausgehend von der Definition eines immateriellen Vermögenswertes gemäß IAS 38 wurde seitens des Committees festgestellt, dass ein Vertrag, welcher dem Kunden das Recht zur Nutzung einer Cloud-basierten Software einräumt, keinen Vertrag darstellt, der dem Kunden das Recht einräumt, einen immateriellen Vermögenswert zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns zu erhalten. Der Kunde erhält nicht die Möglichkeit, den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen aus der Software zu ziehen und den Zugriff anderer auf diese Vorteile einzuschränken.

Schlussendlich wurde die Entscheidung getroffen, dass es sich bei der dargestellten Konstellation um einen Dienstleistungsvertrag handelt, wodurch die Ansatzkriterien nach IAS 38 nicht erfüllt sind. Anzumerken ist, dass ähnliche Sachverhalte im Einzelfall zu würdigen sind.

Haben Sie Fragen oder weiteren Informationsbedarf?

* mandatory fields

Your personal data is collected by Mazars in Germany, the data controller, in accordance with applicable laws and regulations. Fields marked with an asterisk are required. If any required field is left blank, it will not be possible to process your request. Your personal data is collected for the purpose of processing your request.

You have a right to access, correct and erase your data, and a right to object to or limit the processing of your data. You also have a right to data portability and the right to provide guidance on what happens to your data after your death. Finally, you have the right to lodge a complaint with a supervisory authority and a right not to be the subject of a decision based exclusively on automated processing, including profiling, that produces legal effects concerning you or significantly affects you in a similar way.

Dies ist ein Beitrag aus unserem IFRS-Newsletter 2/2019. Die gesamte Ausgabe finden Sie hier . Sie können diesen Newsletter auch abonnieren und erhalten die aktuelle Ausgabe direkt zum Erscheinungstermin.

Services

 Die Forderung nach mehr Transparenz und Informationsgehalt der Jahres- und Konzernabschlüsse hat zunehmend zu einer internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung geführt. Seit 2005 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach IFRS aufzustellen.

Conversion to international accounting standards

With the prevailing trend towards bringing the accounting in consolidated and separate financial statements into line, transitioning to IAS/IFRS is growing in importance. To enhance the clarity and efficiency of reporting, many companies are also opting to adapt their internal accounting to the principles of external financial reporting in accordance with IFRS.