Zukunft der Abgeltungsteuer für Kapitalanleger

Mit Wirkung zum Jahr 2008 ist die Abgeltungsteuer in Kraft getreten. Seitdem unterliegen Kapitalerträge im Privatvermögen grundsätzlich nicht mehr dem normalen Einkommensteuertarif, sondern einem besonderen Sondersteuersatz von 25 %, wenn sie den Sparer-Freibetrag übersteigen.

Damit verbunden sind ein Werbungskostenabzugsverbot und eine Verlustverrechnungsbeschränkung. Hauptgrund für die Einführung der Abgeltungsteuer war die fehlende Information des Finanzamts über die erzielten Kapitalerträge der Steuerpflichtigen. In die Steuergeschichte eingegangen ist der Satz des damaligen Finanzministers Steinbrück: „25 Prozent Steuern auf einen Betrag von x sind besser als 42 Prozent auf gar nix“ (Handelsblatt vom 19.09.2006).

Knapp zehn Jahre nach der Einführung hat sich die Informationssituation der Finanzverwaltung heute erheblich verändert. Deutschland hat mittlerweile mit vielen Staaten Abkommen über den Informationsaustausch von Kapitalerträgen abgeschlossen, so dass der eigentliche Grund für die Einführung der Abgeltungsteuer mittlerweile nicht mehr besteht.

Entsprechend treten fast alle Parteien in ihren Wahlprogrammen für die Abschaffung der Abgeltungsteuer ein. SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Partei Die Linke wollen die Abgeltungsteuer abschaffen und die Kapitalerträge wieder der progressiven Besteuerung mit dem normalen Einkommensteuer-Tarif unterwerfen. Einkommen aus Arbeit und Kapital soll wieder gleich besteuert werden.

Auch die CDU/CSU tritt für die Abschaffung der Abgeltungsteuer ein. Das soll allerdings erst dann geschehen, wenn international ein funktionierender Informationsaustausch der Finanzbehörden besteht. Zudem setzt sich die CD/CSU dafür ein, dass für die Steuerpflichtigen kein Nachteil für steuerlich vorbelastete Kapitalerträge entsteht.

Die Partei Die Linke tritt für die Abschaffung der Abgeltungsteuer ein, will aber zugleich die derzeitigen Nachteile, wie z. B. die Einschränkungen bei der Verlustverrechnung, beibehalten. Zudem soll der Sparerfreibetrag erhalten bleiben.

Einzig die FDP macht in ihrem Wahlprogramm keine Angaben zur Abgeltungsteuer. Man kann davon ausgehen, dass sie die Abgeltungsteuer in ihrer derzeitigen Form beibehalten will.

Share