Neuer Standard zur Leasingbilanzierung

Nach zehnjähriger Projektarbeit hat der International Accounting Standards Board (IASB) am 13. Januar 2016 den neuen Standard zur Leasingbilanzierung, IFRS 16 Leasingverhältnisse, verabschiedet.

Mit der Reform der Leasingbilanzierung verfolgte der IASB das Ziel, eine einheitliche bilanzwirksame Behandlung sämtlicher Leasingverhältnisse zu schaffen. IFRS 16 ersetzt künftig IAS 17 Leasingverhältnisse und die dazugehörigen Interpretationen IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse – Anreize, SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen.

Die wesentliche Neuerung des Standards IFRS 16 ist die einheitliche Abbildung von (nahezu) sämtlichen Leasingverträgen in den IFRS-Jahresbzw. Konzernabschlüssen des Leasingnehmers. Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen beim Leasinggeber ist im Vergleich zu IAS 17 hingegen nahezu unverändert.

Gemäß IFRS 16 erfolgt die bilanzielle Erfassung aller Leasingverhältnisse grundsätzlich so, dass das mit dem Leasingverhältnis einhergehende Nutzungsrecht als Vermögenswert (sog. rightof-use asset) auf der Aktivseite und die entsprechende abgezinste Leasingverbindlichkeit auf der Passivseite erfasst wird.

Es ist davon auszugehen, dass IFRS 16 über sämtliche Branchen hinweg unterschiedliche und teilweise sogar sehr tiefgreifende Veränderungen in der Finanzberichterstattung mit sich bringen wird. Darunter sind wesentliche Auswirkungen auf wichtige Kennzahlen eines Unternehmens, wie beispielsweise Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad, EBITDA, zu erwarten.

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