Bewertungsaspekte von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer

Höhe der (Leasing-) Zahlungen

Die Höhe der Leasingverbindlichkeit (IFRS 16.27) entspricht dem Barwert von

(a) festen (bzw. faktisch festen) Zahlungen,

(b) variablen Zahlungen, die an eine Indexentwicklung gekoppelt sind, sowie

(c) erwarteten Zahlungen auf der Basis von Residualwertgarantien, Optionen und Strafen.

In der Bemessung des zu aktivierenden Vermögenswerts sind neben der anfänglichen Leasingverbindlichkeit Anfangszahlungen und etwaige Rückbauverpflichtungen zu berücksichtigen (IFRS 16.24).

Laufzeit des Leasingverhältnisses

Für die Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind neben der unkündbaren Grundmietzeit auch Optionen zu berücksichtigen (IFRS 16.18 ff.). So sollen Laufzeiten aufgrund einer möglichen Verlängerung (bzw. Kündigung) seitens des Leasingnehmers angepasst werden, sofern die (Nicht-)Ausübung durch den Leasingnehmer hinreichend sicher ist.

Diskontierungszinssatz

Zur Diskontierung der Leasingraten ist der implizite Zinssatz im Rahmen des Leasingverhältnisses zu verwenden, sofern dieser bekannt ist. Andernfalls ist der Grenzfinanzierungszinssatz bei einem fiktiven Erwerb des zugrunde liegenden Vermögenswerts heranzuziehen (IFRS 16.26).

Anpassungen der Bilanzierung

Anpassungen können aus Änderungen von anfänglichen Einschätzungen (z. B. Kauf- oder Verlängerungsoption oder Indexveränderungen) oder aus vertraglichen Anpassungen resultieren. Bei Änderungen von Einschätzungen ist eine Neubewertung der Verbindlichkeit(en) auf Basis des Zinssatzes zum Änderungszeitpunkt (bzw. des right-of-use asset) nach IFRS 16.39 ff. vorzunehmen. Bei vertraglichen Anpassungen ist die Bilanzierung davon abhängig, ob die Anpassungen wirtschaftlich zu einem neuen (Teil-)Leasingvertrag führen oder nicht. Zu ausführlichen Erläuterungen im Falle von vertraglichen Anpassungen sei an dieser Stelle auf die entsprechenden Stellen in IFRS 16.44 ff. verwiesen.

Bewertungsaspekte von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer

Share