Ansatz von Leasingverhältnissen bei Leasingnehmern

Bisherige Regelungen nach IAS 17

Nach IAS 17 wird zwischen Finance Leases und Operating Leases unterschieden. Sofern nach IAS 17.9 die wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung eines Vermögenswertes auf den Leasingnehmer übergehen, handelt es sich um ein Finance Lease. Andernfalls liegt ein Operating Lease vor. Als Abgrenzungskriterien werden grundsätzlich die Regelungen nach IAS 17.10 herangezogen. Bei einem Finance Lease wird der Vermögenswert aktiviert und eine entsprechende Verbindlichkeit passiviert. Der Vermögenswert wird abgeschrieben und die Leasingraten in einen Zinsund Tilgungsanteil aufgespalten. Bei einem Operating Lease werden die Leasingraten im laufenden (betrieblichen) Aufwand erfasst.

Allgemeine Regelungen nach IFRS 16

Eine Bilanzierung als Operating Lease ist nicht mehr vorgesehen. Sämtliche Nutzungsrechte sind (grundsätzlich) als right-of-use asset zu aktivieren. Die Methodik entspricht der bisherigen Bilanzierung als Finance Lease. Right-of-use assets werden in der Bilanz des Leasingnehmers entweder als gesonderter Posten ausgewiesen oder im Anhang offengelegt. Werden sie nicht separat ausgewiesen, sind sie dem Bilanzposten zuzuordnen, in dem der Leasinggegenstand bei Erwerb ausgewiesen worden wäre.

Besondere Regelungen nach IFRS 16

Es gibt zwei Ausnahmen von dem allgemeinen Bilanzierungsgrundsatz des IFRS 16: Handelt es sich um ein kurzfristiges Leasingverhältnis (short term lease) oder weist der zugrunde liegende Vermögenswert einen unwesentlichen Wert (low value item) auf, kann von einer Aktivierung eines right-of-use asset abgesehen werden. Darüber hinaus gestattet der Standard aus Vereinfachungsgründen die Bilanzierung von zu Portfolios zusammengefassten gleichartigen Leasingverhältnissen.

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