Compliance in der Schifffahrt

02.01.2017 – Sicherheit, Transparenz, Anti-Korruption: Diese Begriffe fallen immer öfter auch in der Schifffahrtsbranche. Es geht nicht nur darum diese Themen zu leben, sondern auch entsprechende Systeme zu implementieren und nachweisbar zu dokumentieren. Auch bei den Geschäftspartnern spielt Compliance eine zunehmend wichtigere Rolle.

Vor Vertragsabschluss stellen Geschäftspartner, insbesondere die international tätigen Unternehmen, zunehmend Fragen nach unternehmenseigenen Verhaltenskodizes, da deren Compliance-Vorschriften dies vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung vorschreiben.

Ein weiterer Aspekt für die steigende Bedeutung von Compliance ist die zunehmende Reglementierung des wirtschaftlichen Umfelds: Hatte früher ein Darlehensvertrag zur Finanzierung eines Schiffes einen Umfang von wenigen Seiten, ist ein solcher Vertrag heute häufig über hundert Seiten lang. Daher muss sichergestellt sein, dass die oft hohe Anzahl von Nebenabreden (covenants) eingehalten wird, um die Risiken eines Verstoßes und somit eines möglichen Fällig-Stellens des Kredits zu vermeiden.

Viele Unternehmen in der Schifffahrtsbranche sind in der Vergangenheit sehr schnell gewachsen; häufig schien es wichtiger, dass der Betrieb reibungslos funktioniert als Arbeitsanweisungen schriftlich zu fixieren. Wie in anderen Branchen auch, findet derzeit ein Generationenwechsel in den Reedereien statt. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, Prozesse aufzunehmen und zu dokumentieren, damit kein Know-How verloren geht.

Neben den gesetzlichen Vorschriften legen immer mehr Unternehmen Wert auf freiwillig gesetzte Ziele wie die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sowie Transparenz, um auch in Zukunft ein geschätzter Vertragspartner und attraktiver Arbeitgeber zu sein.

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